Focus Future – Der Experten-Talk: Die digitale Arbeitswelt von morgen

Jun 10, 2014
Alexandra

Vom Wandel der Arbeitskultur

Das Nachrichtenmagazin Focus und der Internet Business Cluster (IBC) brachten im Rahmen von „Focus Future – Der Experten-Talk“ am Dienstagabend Karriere-Spezialisten aus Wirtschaft und Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) zusammen. Unter dem Motto „Die digitale Arbeitswelt von morgen“ diskutierten Trendforscher Matthias Horx, Ernst & Young Personalchefin Ana-Cristina Grohnert, ProSiebenSat.1 Media AG Personalvorstand Heidi Stopper, Hubert Burda Media Personaldirektor Christoph Diebenbusch und Top-Headhunter Dieter Rickert darüber, wie sich Karrieren in der Zukunft gestalten und was dies für die Personalarbeit bedeutet. Aufhänger der Veranstaltung war die Focus-Spezial-Ausgabe „Karriere“, die derzeit am Kiosk erhältlich ist.

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Berufliche Laufbahnen sind heute weniger vorhersehbar als früher. Lebensläufe enthalten mehr Brüche. Dank Fachkräftemangel und demographischem Wandel treffen Talente heute auf Arbeitgeber, die sich mehr um ihre Mitarbeiter bemühen müssen. So zeichnete Moderator Daniel Goffart (Focus) zu Beginn des Experten-Talks das Bild der aktuellen Arbeitswelt.

Die rund 80 Zuhörer folgten zunächst den Ausführungen von Zukunftsforscher Horx, der die Trends skizzierte, die durch die veränderten Rahmenbedingungen angestoßen würden. Seine These lautet: Die männerbasierte Präsenzkultur wird immer untauglicher. Flexibilität und die Integration von Beruf und Privatem dagegen unumgänglich. Karrieren der Zukunft würden nicht mehr nach dem Leiter-Prinzip funktionieren, sondern transversal, indem Mitarbeiter kreuz und quer durch das Unternehmen wanderten. Langfristig erfolgreich wären nicht hierarchisch aufgebaute Unternehmen, sondern Firmen, die wie moderierte, von oben geführte Netzwerke aufgebaut seien.

Ähnlich sahen das auch Ana-Cristina Grohnert und  Heidi Stopper, die als erfolgreiche Karrierefrauen mit Kindern auch persönliche Einblicke gaben. Ihre Organisationen hätten die anstehenden Aufgaben bereits angenommen und befänden sich inmitten der Transformation hin zu einem flexibleren, auf die Ansprüche der neuen Arbeitswelt ausgerichteten Arbeitgeber. Dass das ein langer und schwieriger Weg sei, gaben beide zu. „Die größte Herausforderung ist es, die Unternehmenskultur zu verändern“, gab Grohnert zu bedenken. Christoph Diebenbusch stimmte dem zu: „Die Gesellschaft und der Markt machen deutlich, was in Zukunft in Unternehmen gebraucht wird wie etwa individuelle Arbeitszeitmodelle oder Verträge, die sich nicht mehr an Wochenstundenzahlen, sondern an Leistung orientieren. Doch diese Einstellung muss in den Unternehmen erst einmal ankommen.“

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Eine konträre Meinung vertrat Dieter Rickert, der seit 1977 als Headhunter arbeitet. Er zweifelte an, ob die viel gepriesene Flexibilität wirklich in allen Unternehmen, wie etwa denen der Automobilindustrie, und in bestimmten Berufen umsetzbar sei. Diebenbusch wies darauf hin, dass in der Digitalisierung die Chance liege, eine flexible Arbeitsweise tatsächlich möglich zu machen: „Die Konnektivität muss gewährleistet sein, dann können Mitarbeiter auch von Zuhause aus arbeiten oder sich zwei Personen eine Stelle teilen. Jeder kann seinen Teil dafür tun, dass das funktioniert.“ Auf den richtigen Mix komme es an, so Horx abschließend: „Der Mensch ist ein soziales Wesen. Es ist deshalb wichtig, dass Präsenzzeit, in der man mit dem Team zusammen ist, und vom Ort unabhängiges Arbeiten sich sinnvoll ergänzen. Die Digitalisierung wird uns dabei helfen.“

Schaut Euch hier das Video zum Event an:

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